Ansbach droht bei der Kindermedizin bundesweiter Abstiegsplatz

Bereitschaftspraxis als Ersatz für Kinderstation ist „Augenwischerei“

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Boris-André Meyer

Veröffentlicht am

05/06/2026

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Die Offene Linke Ansbach (OLA) ordnet den Versuch der Verantwortlichen von ANregiomed, eine Bereitschaftspraxis als Ersatz für den drohenden Wegfall der Kinderstation „Wald“ am Ansbacher Krankenhaus zu verkaufen, als „Augenwischerei“ ein. Dazu erklärt Boris-André Meyer, OLA-Sprecher im Ansbacher Stadtrat: „Eine Bereitschaftspraxis ist kaum in der Lage, die Versorgung von Frühgeburten in einer Region mit mehreren hunderttausend Einwohnern zu gewährleisten und obendrein die Weiterbehandlung zu koordinieren.“ So entstünde keine Versorgungssicherheit, sondern lange Wartezeiten und Verweise nach Nürnberg oder Würzburg. Meyer weiter: „ANregiomed muss endlich ergebnisoffene Verhandlungen mit potenziellen Partnern für den Erhalt der Ansbacher Kinderstation führen. Dazu gehört auch die Bereitschaft von Stadt und Landkreis Ansbach, die Station unter Eigenregie zu betreiben. Es geht um die Gesundheit von Kindern und werdenden Müttern. Für gleichwertige Lebensbedingungen im ländlichen Raum gilt es auch, finanzielle Unterstützung von Land und Bund einzuwerben“ Mit Blick auf die laut Kassenärztlicher Vereinigung Bayern (KVB) bereits bestehende chronische Unterversorgung in der Region mit niedergelassenen Kinderärzten würde das Aus der Kinderstation für Ansbach einen bundesweiten Abstiegsplatz bei der Kindermedizin bedeuten. Der OLA-Antrag für ein Anreizprogramm zur Niederlassung von Kinderärzten und -psychologen wurde erst im November 2025 von einer knappen Stadtratsmehrheit abgelehnt. Für Oberbürgermeister Thomas Deffner reichte es seinerzeit aus, mit Flyern für eine Niederlassung in Ansbach zu werben. Woher nun die Ärztinnen und Ärzte für seine Bereitschaftspraxis kommen sollen, bleibt vor diesem Hintergrund besonders schleierhaft.